Perth und zurück


Kaum zu glauben, wie die Wochen verfliegen, wenn sie sich doch eigentlich Zeit lassen könnten. Schwups und zehn sind vorbei. 9‘000 Strassenkilometer, unzählige Eindrücke, Gigabites an Bildern, einige Erfahrungen und spannende Begegnungen später, endet unsere Reise da, wo sie Ende März begann.
Unser Camper ist abgegeben, die Tauchtanks deponiert oder bereits auf der Reise in die Schweiz und die Koffer beinahe gepackt. So bleiben uns noch zwei Tage, welche wir für einen letzten Besuch in Fremantle und einen abschliessenden City-Trip nutzen. Dabei ist uns beiden klar: «Heute ist nicht aller Tage, wir kommen wieder, keine Frage!»

Mir bleibt nur noch, mich dafür zu bedanken, dass ihr uns auf dieser Reise begleitet habt und dran geblieben seid. Wie heisst es doch so schön? Geteilte Freude ist doppelte Freude. Auf Wiederlesen!

In Perth läuft vieles anders.


30.03.17 Bevor wir nach einigen Tagen unseren Camper beziehen konnten, wollten wir erst mal in Australien ankommen, uns akklimatisieren. So stand als erstes ein Trip nach Perth auf dem Programm. Geplant war eine gemütliche Fährfahrt von Fremantle bis zum «Barrack Street Jetty», welcher lediglich einen Steinwurf vom Zentrum entfernt liegt. Am Busbahnhof von Fremantle angekommen, wurden wir jedoch freundlich darüber aufgeklärt, dass es keine direkte Verbindung mit der Fähre nach Perth gäbe. So lösten wir, für gerade mal 9 australische Dollar, ebenfalls dank freundlicher Unterstützung eines Tourismus-Beauftragten, Tickets der Linie 7 nach Perth Underground,  wo wir nach einer kurzweiligen, rund 30minütigen Fahrt, einfuhren.

Erste Anlaufstelle war Northbridge, ein Bezirk, welcher uns bereits während der Reisevorbereitungen mit Kunstmuseen, Galerien und unzähligen Szenebars lockte. Doch bereits nach einem kurzen Marsch über die Northbridge – die alte Brücke, welche dem Bezirk seinen Namen verlieh – standen wir vor verschlossenen Toren. Die «Art Gallery of Western Australia» blieb wegen Umbauarbeiten geschlossen. Die Enttäuschung war jedoch lediglich von kurzer Dauer, da wir uns im gegenüberliegenden «Perth Institute of Contemporary Arts» mit einem schmackhaften Frühstück und einem liebevoll zubereiteten Kaffee, darüber hinweg trösten konnten.

Der anschliessende Besuch der  Ausstellung war dann aber von kurzer Dauer, da sie lediglich aus einer Video-Installation bestand. Diese war über mehrere Räume verteilt und irgendwie schön anzuschauen, dennoch zog sie uns nicht so richtig in ihren Bann. So ging’s alsbald zu Fuss weiter bis zur «Wolfe Lane», einer kleinen Gasse, in welcher uns rund 80 Street-Art-Gemälde erwarteten. Unterwegs zu diesen Kunstwerken fiel auf, wie herrlich unaufgeregt das Leben in dieser Stadt zu sein scheint. Obwohl es sich mit seinen 1,8 Mio. Einwohnern um die achtgrösste Stadt Australiens handelt und wir uns gerade in deren Zentrum bewegten, schien hier alles etwas gelassener abzulaufen. Kein Gehetze, null Gerempel, noch nicht mal Gehupe auf den Strassen. Überhaupt scheint in der Innenstadt kaum Privatverkehr zu herrschen.


Nach unserem Abstecher in die «Wolf Lane» brauchten wir eine kleine Pause, um die eben bestaunten Werke noch etwas auf uns wirken zu lassen. In einem schmucken Gässchen gönnten wir uns deshalb ein blumiges Craft-Bierchen. Diese Verschnaufpause war jedoch nur von kurzer Dauer, da wir langsam zum Swan River schlendern wollten, um wenigstens per Fähre zurück nach Fremantle reisen zu können. Unser Weg führte an weiteren farbigen Wänden, modernen Skulpturen, zur Rast einladenden Pärken vorbei. Wir bestaunten Fassadenkletterer, hübsch arrangierte, urbane Kleingärtchen und – zu meiner grossen Freude – die «Northbridge Breewing Company», wo ich das bis Dato beste Bier im Lande genoss!

Dennoch ging’s schon bald weiter Richtung Swan River, wo uns die faszinierende Skyline von Perth in ihren Bann zog. Leider verpassen wir so auch die letzte Fähre nach Fremantle. Also stiegen wir in den Bus, welcher uns wieder zur Station Perth Underground brachte. Dabei wurde auch auch klar, weshalb das Stadtzentrum beinahe Verkehrsfrei scheint. Sämtliche Busverbindungen in Perth’s Zentrum und wie wir erfahren auch die Parkplätze ausserhalb, sind kostenlos, während jene im Stadtzentrum exorbitant hoch sind.


In Perth läuft eben vieles anders und die Zeit davon …