Karijini – Hancock Gorge


Der Dritte Tag stand im Zeichen unserer Wanderung in und durch die Hancock Gorge. Diese Wanderung bewegte sich immerhin schon in den Schwierigkeits-Stufen 4 und 5. Insbesondere der Abstieg in die Schlucht hatte es in sich und da wir leider etwas spät starteten, stand die Sonne bereits brennend über unseren Köpfen, als wir die Gorge erreichten. So nahmen wir die Wegabschnitte, welche nur durchs Wasser zu bewältigen waren, als erfrischende Abwechslung. Da das Licht über die Mittagsstunden auch in einer Schlucht keine guten Fotos versprach nutzten wir die Zeit für eine ausgedehnte Pause. Dabei wurden wir Zeuge davon, wie sich eine Touristin anscheinend einen Fuss brach und von der ansässigen Ambulanz heraus geholt werden musste. So lange wollte ich dann doch nicht warten und so nahm ich den letzten Abschnitt der Wanderung alleine in Angriff, um mir ein paar spektakuläre Bilder zu sichern.

Die deutsche Touristin wartete auch nach unserer Rückkehr aus der Schlucht weiterhin auf ihre Bergung. Inzwischen setzte sich das Bergungs-Team aus zwei Rangern, zwei Polizisten, drei Sanitätern und einer Seilschaft aus mindestens fünf Kletterern zusammen …

Dales Gorge – Fortescue Falls


Unser erstes Ausflugsziel im Karijini Nature Parc waren die Fortescue Falls in der Dales Gorge (Schlucht). Wer jetzt reissende Bäche und stürzende Fluten erwartet, plant besser einen Wochenendausflug zu den Trübbach-Fällen oder einem sonstigen, x-belibigen Wasserfall in der Schweiz. Aber da sie hier in Aussie-Land gerne mal mit Superlativen um sich schmeissen, wird aus einem Hügel bald eine Bergkette und aus einem niedlichen Rinnsal schnell ein Wasserfall. Da uns das nach sieben wöchiger Reise an der Westküste inzwischen bewusst war, schraubten wir einfach unsere Erwartungen etwas herunter und freuten uns über begeisternde Aussichten, das faszinierende Farbenspiel von Himmel, Pflanzen und der allgegenwärtigen roten Erde. Wir ergötzten uns an rumhängenden und keifenden Flughunden, einem schlummernden Ibis und freuten uns an Hornhaut pickenden Süsswasserfischen.
Der Wasserfall war dann tatsächlich das erwartete Rinnsal, welcher aber zumindest in eine idyllische Umgebung eingebettet war. Da das Wasser eben nicht aus Hunderten von Metern herunter stürzt, wagten wir uns nach kurzem Schumm darunter und genossen so unsere erste Süsswasser-Dusche ohne Chlorgeschmack seit Wochen.