Impressionen aus dem Ningaloo Reef

Leider fanden wir bei zwei Versuchen die nötige Tiefe nicht, um Christine’s OWD abschliessen zu können. Deshalb ging ich beim dritten Tauchgang allein auf Riff-Erkundung:

Ein Tänzchen mit Mantas


Da uns Coral Bay – insbesondere die beschriebenen Camp-Sites – nicht dass bot, was wir uns von ihm versprochen hatten, planten wir eigentlich maximal drei Übernachtungen ein. Aber wie es eben so ist, kommt es dann doch anders. Unseren Plan durchkreuzte ein freundlicher Spanier, welcher uns während eines morgendlichen Smaltalks begeistert von einer Manta-Tour berichtete, an welcher er tags zuvor teilgenommen hätte. Für AUS 150 sei er während des gesamten Tages – von zwei Biologen begleitet – mit Mantas, Delfinen und TIGERHAIEN geschnorchelt! Die Crew wäre freundlich, aufmerksam und professionell und die Verpflegung an Bord ausgezeichnet gewesen.
Da auch wir uns das nicht entgehen lassen wollten, suchten wir wenig später besagten Tour-Operator auf und weil uns die Beratung tatsächlich überzeugte, buchten wir den nächstmöglichen Termin. Da wir uns inzwischen etwas mit Coral Bay versöhnten, war uns das die zusätzlichen zwei Tage wert.


Ein Manta kommt selten allein
Am Montag war es endlich soweit. Gemeinsam mit elf weiteren Teilnehmern charterten wir erwartungsvoll das Boot und nach einer kurzen und aufschlussreichen Einführung steuerten wir den ersten Schnorchel-Platz an. Dort wurde, über einer Shark-Cleaning-Station, die Schnorchel-Tauglichkeit der Teilnehmer getestet, während diese Riff-Haie dabei beobachteten, welche sich von Putzerfischen die Essensreste der vergangenen Nacht zwischen den Zähnen heraus pulen liessen. Da unser Ausflug aber den Mantas galt, fuhren wir schon bald weiter, nur um wenig später von einer Seekuh – umgangssprachlich Dougong genannt – aufgehalten zu werden. Da diese auf ihrem Weg zur nächsten Seegras-Wiese nicht gestört werden sollte, patroullierten wir sie lediglich ein paar Minuten mit dem Schiff und setzten unsere Fahrt alsbald fort. Doch schon wieder ertönte das Schiffshorn. Diesmal hiess es Tiger-Alarm! Und tatsächlich erspähten wir wenig später ein stattliches Tier. Leider war der Tigerhai nicht in Schnorchel-Laune und machte sich sofort aus dem Staub. Es blieb aber kaum Zeit, um Enttäuschung aufkommen zu lassen, da wir wenige Minuten später mit einem überwältigenden Manta-Schnorcheln «entschädigt» wurden. Die Tiere vollführten nur wenige Meter unter uns einen Loop nach dem anderen. Dieses Spektakel war dermassen ergreifend, diese eleganten Tiere dabei zu beobachten, wie sie durch das Wasser segelten, dass die Zeit sprichwörtlich im Manta-Loop verstrich.
Da so viel Schnorcheln hungrig macht, wurden wir bei unserer Rückkehr an Bord lecker verpflegt und da spielte es noch nicht mal eine Rolle, dass ich meinen opulenten Burger erst nach der Vegan- und Vegi-Fraktion verdrücken konnte.

Coral Bay – Zu Besuch in der Camper-Hölle


Was haben wir uns auf die nächste Etappe Coral Bay gefreut. Hier würden wir einen der schönsten Strände der Küste antreffen und da das Ningaloo-Reef quasi vor der Türe läge, freuten wir uns auf Tauchen satt! Da Coral Bay auch unter Aussies ein beliebtes Ausflugsziel ist, erlagen wir dem Irrglauben, dass es dazu bestimmt einen lauschigen Küstenort zu entdecken gäbe.

So weit, so voll daneben … Coral Bay besteht aus exakt zwei Campingplätzen, beide in WikiCamps ziemlich schlecht bewertet, wobei der Peoples-Parc auch noch vollkommen überteuert ist. Da unser Versuch einen dieser Plätze zu ergattern scheiterte, steuerten wir nach unserer Ankunft gleich den sogenannten Bayview-Overflow-Parc an.
Lange Rede, kurzer Sinn. Unsere schlimmsten Befürchtungen wurden bei weitem unterboten. Beide Plätze sind den jeweils geforderten Preis nicht wert und beide waren während unseres Aufenthaltes komplett überfüllt. Während unserer gesamten Reise trafen wir keine ähnlich schlecht gepflegten sanitären Anlagen an. Wenigstens hatten wir tagsüber den Strand beinahe für uns alleine, da der gemeine Australo-Camper seinen Campingplatz höchstens verlässt, um sich Fish&Chips und/oder die Kiste Bier für den anstehenden Tag zu besorgen.


Wifi & Verpflegung
Zugegeben, es war nicht alles schlecht in Coral Bay. Da wir absolut keine Lust verspürten, unseren Grill auf dem Campinglpatz einzufeuern, kauften wir unser Frühstück in der gegenüber liegenden Bäckerei ein. Mittags dinierten wir im Bill’s, wo die Gerichte jeweils hübsch arrangiert werden und am Abend gab’s im Fin’s lecker Pizza und gratis Wifi dazu.