Hamelin Pool – Da fliegt’s dir um die Ohren


Wer sich einmal ein Bild machen will, wie sich das Leben auf diesem Planeten vor rund drei Milliarden Jahren abgespielt haben könnte und zufälligerweise gerade auf dem Weg nach Denham, im «Shire of Shark Bay», ist, legt bei «Hamelin Pool» einen Stopp ein. Immer vorausgesetzt, er und/oder sie waren sich nicht zu gut, sich beim letzten Roadhouse mit einem Fliegennetz bestückten Hut auszurüsten. Da wir den Hinweis zwar gelesen, den Rat aber nicht angenommen hatten, stellten wir, just in dem Moment, das Reden ein, in welchem wir unser Fahrzeug angehalten und den Motor abgestellt hatten. Denn, wer einmal eine solch feiste Schmeissfliege, während einem unbedarft daher gesprochenen Satz schluckte, kann gut und gerne auf eine Wiederholung verzichten. Wer nun aber etwas Erdgeschichte bestaunen will, der bewegt sich eben wortlos zum Ort des Geschehens. Also eigentlich stellt man gleich die Atmung ein oder leistet sich einen dieser bescheuert aussehenden aber durchaus nützlichen Netz-Hüte. Nachträglich betrachtet hätte ich mir auch einfach einen Tank auf den Rücken schnallen und durch¨s Fliegen-Meer tauchen können …


Es war einmal ein Bakterium
Hat man dann – ohne unfreiwillige Proteinaufnahme – den Steg erreicht, bringt einem die Szenerie automatisch zum Schweigen. Vom Steg aus erblickt man einen der weltweit letzten Stromatoliten-Gärten. Stromatoliten sind eine Ansammlung aus Bakterien und Ablagerungen, welche sich vor rund drei Milliarden Jahren bildeten. Der Besucher macht in «Hamelin Pool» also einen Zeitsprung in jene Vergangenheit, wo erstes Leben auf diesem Planeten entstand. Dies ist gerade hier möglich, weil in Shark Bay noch annähernd die extremen Verhältnisse anzutreffen sind, welche diese Lebensformen benötigen. Und so bilden sie sich munter zwischen den Gezeiten und Temperaturschwankungen von rund 40° weiter. Denn während sich die Wassertemperaturen hier bei etwa 24° Grad bewegen, brüten die Stromatolit-Brocken bei Ebbe gerne mal bei über 60° unter der prallen Sonne.

  1. Sandra Parsons

    Eigentlich fast ein bisschen unscheinbar, diese schlacke-ähnlichen StromaTOlithen (sorry, Klugscheißer-Alarm, Biologin kann die Klappe nicht halten!), aber mir hat es damals dort auch die Sprache verschlagen. Zwar nicht wegen der Fliegen (ich war im März da, da war es denen vielleicht zu heiß), aber wegen der unglaublichen historischen Bedeutsamkeit und der wunderschönen Natur dieser Bucht. Bin damals gefühlt stundenlang da im Watt herumgewandert. Geht das jetzt eigentlich noch oder muss man auf dem Bohlenpfad bleiben?

    • netdiver

      Danke für den Hinweis, hab’s mir beim durchlesen gedacht, da stimmt was nicht, war aber zu nachlässig …
      Ja, ist wirklich beeindruckend da. Man kann da auch noch rum waten aber bei der Jahreszeit nicht ohne Netz vor dem Latz.

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