Dynamite Beach – unscheinbares Riff mit Potential

Eines sei hier schon mal vorneweg Erklärt, Green Head ist nicht Jurien Bay und das überschaubare Riff am «Dynamite Beach» hat längst nicht den Glam von Ningaloo oder die Farbenpracht eines Busselton Jetty und das ist auch gut so!
Aber nun der Reihe nach. Wer diesen Blog seit Beginn verfolgt oder mich bei den Vorbereitungen auf unseren Trip entlang westaustraliens Küste begleitet hat, dem wird nicht entgangen sein, dass es weitaus einfachere Gegenden auf diesem Planeten gibt, um mit einem Tank auf dem Rücken und einer Bade-Ente abzutauchen. Und dass ist noch diplomatisch ausgedrückt. Etwas weniger formell fühle ich mich – bei Halbzeit unserer Reise – darin bestätigt, dass sie dem geneigten Taucherlein eher Steine in den Weg legen, als dieses mit offenen Armen zu empfangen. Wer seine Tauchgänge nicht minutiös plant, kriegt an der Westküste nichts geschenkt. Denn wer nicht gerade einen Lotto-Sechser abgeräumt hat oder sonst finanziell auf Rosen gebettet ist, ist sein erspartes Feriengeld bereits nach wenigen Tauchgängen los. Für einen Tauchgang blättert man hier gerne mal AUS 175 bis AUS 600 hin und kauft dabei trotzdem noch die Katze im Sack.
Da ich nicht bereit war, mich ausnehmen zu lassen, kauften wir gleich nach unserer Ankunft zwei Tanks und das nötige Blei und informierten uns schon von der Schweiz aus, wo wir besagte Tanks mit der nötigen Luft füllen können, um so eine gewisse Unabhängigkeit zu wahren. Aber auch dass ist leichter gesagt als getan. So kann es durchaus sein, dass man an einem Beach taucht, um sich danach 60 km weiter mit Luft zu versorgen. Ab Geraldton ist dann aber möglicherweise dennoch aus die Maus. Denn sowohl bei Shark Bay als auch beim Ningaloo-Reef fragte ich (bis jetzt) vergebens nach «airfills» nach. Dort hiess es, du tauchst für mindestens AUS 250 mit der Basis oder du tauchst nicht. Offenbar konnten die ansässigen Tauchbasen einen Deal aushandeln, welcher Strand-Tauchgänge von Amtes wegen verbieten! Was nichts anderes heisst, du hast zwar die schönsten Riffe vor der Nase aber du darfst da nicht tauchen, weil dir die überrissenen Boots-Ausflüge reingedrückt werden!

 

Auf Riff-Erkundung am Dynamite Beach
Inzwischen sind wir auf Höhe Jurien Bay angelangt. Hier gibt es 30 km südlicher, in Cervantes, zwar noch Luft, interessante Strand-Tauchplätze sind jedoch Mangelware und noch nicht mal im «The Dive Spots of Western Australia» zu auszumachen. Da ich Christine aber versprochen hatte, dass wir ihren OWD in Australien beenden wollen, absolvierten wir ihre Freiwasser-Tauchgänge 1 und 2 am alten Jetty von Jurien Bay und so kam es, dass mir am Ende des Tages noch etwas Restluft im Tank verblieben war. Diese wollte ich, zwecks Erkundung des nahegelegenen «Dynamite Beach», einsetzen. Das Riff war zwar in besagtem Tauch-Guide nicht aufgeführt, war aber der Grund, weshalb wir letztlich in Green Head und nicht in Jurien Bay landeten. Ich entdeckte es einige Tage zuvor, als ich die Küste mittels Google-Earth nach möglichen Tauchplätzen absuchte.
Wie bereits erwähnt offenbarte sich bei meinem Erkundungs-Tauchgang keine Tauchplatz-Perle. Insbesondere, weil sich die Sicht oft in etwa zwischen Mehlsuppe und Blindflug bewegte. Die Winde der letzten Wochen sorgten unter Wasser für mächtig Sandsturm. Dennoch entdeckte ich einige schöne Seegraswiesen, abwechslungsreiche Überhänge und die eine oder andere Cave. An Stellen, wo sich der Nebel etwas lichtete waren auch einige Makrelen und andere Fischli auszumachen und unter dem einen oder anderen Felsblock versteckten sich auch einige Langusten.
Insgesamt war es ein spannender Tauchgang, welcher – bei besseren Verhältnissen – nach einer Wiederholung ruft. Die Tatsache, dass ich diesen Platz «entdeckt» hatte, machte diesen Tauchgang noch spezieller, deshalb taufte ich den Platz kurzerhand in «Roland’s Dynamite Bay» um. Der Tauchplatz liegt in einer kleinen, relativ windgeschützten Bucht und ist leicht vom Parkplatz aus erreichbar. Der Einstieg erfolgt über einen kurzen Marsch via Strand ins Wasser. Betaucht wird die rechte Seite der Bucht. Sobald es windstill ist, präsentiert das Riff bestimmt auch seine Schokoladenseite. Es ist bei guten Verhältnissen und etwas Restluft im Tank auf jeden Fall einen Tauchgang wert. Die Tauchtiefe liegt zwischen 1 bis 6 Meter und nach einem gemütlichen Tauchgang geniesst man – bei einem schmackhaften Camper-Frühstück – die herrliche Aussicht über die Bucht.

  1. Gisela

    so meine Lieben
    Endlich komme ich dazu, Euch ein paar Zeilen zu schreiben.
    Ich wollte Euch erst mal ankommen lassen auf der anderen Seite.
    Der Zeitpunkt dünkt mir jetzt passend, so kann ich Euch noch kurz berichten, wir hatten nochmals Schneeeeeee!!!! und kalt
    Meine allerliebste Christine, ich kann hören wie Du sagst: „ou näi, bin ich jetzt froh bin ich nit in dr Schwiiz.“ Sehe wie Du Richtung Sonne blickst und tief einatmest. Und weisst Du was, ich gönne es Dir/Euch von Herzen.
    Ganz herzlich bedanken möchte ich mich für die tollen Fotos und natürlich den dazugehörenden Bericht. Im Wohnwagen haben wir ja kein Internet und somit
    war Eure Seite das Highlight beim Heimkommen.
    Weiterhin viel Spass, Glück, Ruhe, Abenteuer, gute Gesundheit, angenehmes Wetter, tolle Erlebnisse, nette Begegnungen und nicht zu vergessen die nötigen Utensilien zum Tauchen.
    Ich grüsse Euch und Dir meine Liebe dazu ein puszi
    Gisela

    • netdiver

      Liebe Gisela
      erst mal danke für die Blumen und den Wetterbericht aus der Schweiz. Anfangs war es hier auch ab und an etwas kühl, insbesondere während der Nächte im Camper aber inzwischen haben wir den Süden hinter uns gelassen und suchen ab und an sogar einen der raren Schattenplätze auf. Diese Reise nach Australien, entlang der Westküste war ein Lebenstraum von mir, den ich mir nun endlich erfüllen konnten. Dass ich diese Reise nun mit Chris erleben darf, macht das ganze schlicht perfekt.
      Jetzt, wo die unsäglichen Schulferien endlich zu Ende sind, kommen wir auch wieder weiter auf unserer Reise und geniessen jeden Tag in vollen Zügen.

      Auch von unserer Seite herzliche Grüsse in die – hoffentlich bald wärmere – Schweiz.

      Christine&Roland

  2. Sandra Parsons

    Da hilft wohl nichts als beim nächsten Mal auch noch einen transportablen Kompressor mitzuführen 😉

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