Was wir alles hätten tun können …


… oder «Unser Tag in einem australischen Backjard (Garten).» Bevor ich zum heutigen Eintrag komme, sei mir an dieser Stelle eine kurze Rückblende auf gestern, den Tag unserer Ankunft in Fremantle, gegönnt …

Als wir nach einer rund 26ig stündigen Reise endlich und restlos erschöpft unsere schmucke Wohnung bezogen, wurden wir von deren Besitzern äusserst freundlich und zuvorkommend begrüsst. Dennoch waren wir froh, als wir uns schliesslich duschen und ins Bett legen konnten. Ich war gerade dabei mich trocken zu schrubben, da stürzte Christine ins Badezimmer, um mir sichtlich gerührt ein kurzes Schreiben unserer Gastgeber vorzulesen. Darin standen ein paar wenige Hausregeln, dass für uns bereits ein paar Kleinigkeiten eingekauft wurden, wir den Garten und Pool mitbenutzen dürfen und dass die rückwärtigen Türen ohne Schlüssel, durch einfaches Einrasten schliessen würden. So weit so klar, nun aber Schotten dicht.

Am nächsten Morgen holte mich bereits früh exotisches Vogelgezwitscher aus den Federn, was mich aber nicht weiter störte, da uns in den nächsten Tagen ein dicht gedrängtes Programm bevorstehen würde. Es standen sowohl eine Tour durch Fremantle, Besuche lokaler Brauereien, Bon Scotts Grabstätte, als auch Kunstgalerien, Street Art, ein Aquarium und ein Fährentrip nach Rottnest Island auf unserer imaginären ToDo-Liste, um hier nur mal ein paar ausgesuchte Vorhaben zu erwähnen.
Dennoch gönnte ich meiner Liebsten noch ein paar Minuten Schönheitsschlaf, man(n) will ja seine Reisebegleitung nicht gleich am ersten Tag überfordern. Als ich’s dann schliesslich schlicht weg nicht mehr aushielt, hauchte ich Chris um ca. 8 Uhr ein zartes «aufstehen» ins Ohr. Kaum auf den Beinen, stand als nächstes Frühstück im Garten auf dem Programm. Den durften wir ja bekanntermassen mit benutzen. So viel Zeit musste sein, wir wollen unsere Ferien ja schliesslich geniessen. Da die Wege vom Appartement in den Garten (Neudeutsch Backjard) kurz sind, war der knapp 50 Quadratzentimeter grosse Tisch im nu gedeckt. Kaum hatte ich mich hingesetzt, trat auch schon Christine zur Tür heraus. Nun sollte man vielleicht wissen, dass mein «Basler Dybli» eine ausgewachsene Phobie vor Kriechtieren, insbesondere jenen mit acht Beinen hat, nur so kann man es – wohlwollend betrachtet – als Überlebens-Reflex betrachten, dass sie die Tür mit einem beherzten Ruck zuzog, bis das Schloss mit einem unüberhörbaren «Klick!» einrastete. Dieser Ruck war dermassen beherzt, dass mir noch nicht mal die Zeit blieb, «mach das nicht!» zu brüllen. So blieb es einfach still. Für einen kurzen Moment, stellten sogar die exotischen Vögel ihr aufgeregtes Gezwitscher ein …

Die geneigten Leser werden sich jetzt wohl fragen, wo hier das Problem sei? Nun, dass Problem war, dass wir in einer privaten Unterkunft logierten und die Gastgeber allesamt «ausgeflogen» waren. Wir teilten quasi unser Schicksal mit den eben angesprochenen Kriechtieren. WIR KAMEN NICHT MEHR REIN!
Einziger Nutzniesser war der Haushund – ein Riesenpudel namens Louis – welcher sich über die unerwartete Gesellschaft freute, während uns der Hauskater gelangweilt aus dem Wohnzimmer-Fenster heraus angaffte. Er wollte raus, wir rein.

Da ich euch nicht weiter langweilen möchte – dass haben wir während der nächsten sieben Stunden ausreichend für euch übernommen – lasse ich es an dieser Stelle aus, zu beschreiben, auf wie viele unterschiedliche Arten man sich die zäh vor sich hin schleichenden Stunden in einem fremden Garten um die Ohren schlagen kann, wenn man weder Schuhe an den Füssen, noch ein Telefon oder Geld in den Taschen hatte, um sich aus dieser misslichen Lage zu befreien. Selbst dem Hund wurde es mit der Zeit langweilig mit uns, weil sämtliches Spielzeug dutzende Male durch den Garten geschleudert wurde. Die Vögel hatten sich bald ausgiebig genug über uns lustig gemacht und er Kater verzog sich stoisch in eine adere Ecke des Hauses.

Es sei hier nur noch erwähnt, dass uns die Tochter des Hauses um ca. vier Uhr Abends aus unserer Lethargie heraus holte, indem sie uns mit dem Reserveschlüssel aufschloss …

Next Stop Perth

17:40 Hong Kong-Zeit: Nach rund 11 Stunden, ungefähr 9200 Flugkilometern, respektive acht Episoden «Narcos» später, ist es endlich soweit: die Maschine setzt zur Zwischenlandung an.
Höchste Zeit also, die Akkus neu zu laden! In wenigen Stunden geht’s nämlich weiter nach Perth, mit einer weiteren Staffel «Better Cal Saul» und der zweiten aufeinanderfolgenden Freinacht.

netdiver goes wild …

… oder ein «Reisebericht durch Westaustralien». Wie auch immer, in wenigen Tagen geht sie nun endlich los, unsere langersehnte Reise entlang der westaustralischen Küste. Sie wird uns von Perth, in den Süden nach Esperance, Albany und Busselton, hoch nach Shark Bay und zum Ningaloo Reef führen.
Wir freuen uns auf schwarze Schwäne, zugedröhnte Qualas, aufsässige Emus und Walhai satt! Immer voraus gesetzt, ich schau mal nicht gerade eben wieder in eine andere Richtung …

Dieser Reise-Blog nimmt euch mit auf die unsere Reise. Viel Spass und auf bald, im ersten Tagebuch-Eintrag.