Back to nature

Bereits auf unserem ersten Caravanpark erklärte uns ein älteres Paar mit grosser Verwunderung, dass es nicht optimal sei, dass wir unsere weiteren Plätze, respektive Caravan-Parks, während der anstehenden Schulferien nicht weit im voraus reserviert hätten. In Esperence wurde diese Aussage von einer Park-Pächterin bekräftigt, indem sie uns erklärte, dass sie früher einen Park in Shark Bay gepachtet hätte, welcher während besagter Schulferien jeweils bereits zwei Jahre im voraus komplett ausgebucht gewesen sei.


Inzwischen wurden wir wie prophezeit Opfer dieser unsäglichen Schulferien und hangeln bereits seit rund zwei Wochen von einem Platz zum anderen, wo wir zwar ursprünglich nicht hin wollten, jedoch noch einer der raren Standplätze an westaustraliens Küste zu ergattern war. Nach beinahe zwei wöchiger Odysee, Kindergeschrei und niemals enden wollenden Touristenströmen lagen unsere Nerven schliesslich blank. Wir brauchten dringend Erholung und machten uns auf die Suche nach einem ruhigen Platz. Diesen fanden wir – irgendwo im Nirgendwo, zwischen Perth und Jurien Bay – im «Back to Nature-Caravanpark».
Henry, so heisst der schrullige jedoch nicht minder smarte Manager dieses Platzes, gewährte uns hier einige Tage Asyl. Hier war der Name Programm und so konnten wir, fern ab vom Schuss, einfach mal unsere Seelen baumeln lassen. Henry ist Mitte Siebzig und macht stets einen etwas verpeilten Eindruck, dennoch hat er sich hier eine kleine Oase geschaffen. Stets zu einem Schwätzchen aufgelegt und selten um eine Anekdote verlegen, beschrieb er uns – mit seinem oft schwer verständlichen Genuschel – wie er zu diesem Platz kam und alles, während der vergangenen fünf Jahre, eigenhändig aufgebaut hätte. Der Platz ist geräumig und die sanitären Einrichtungen neu und erstaunlich gepflegt. Jeder Gast wird freundlich begrüsst und persönlich in den zugewiesenen Platz eingecheckt. Dieser Prozess kann dann schon mal einen halben Tag in Anspruch nehmen, den Henry ist um das persönliche Wohl jedes einzelnen Gastes bemüht. Und so fanden wir uns nach wenigen Tagen von lauter Familien mit Kindern «eingeschlossen», welche selber keinen Platz an der Küste reserviert hatten. Jedoch nicht ohne dass uns Henry vorher jeweils die Wahl liess, in eine kinderfreie Zone umzusiedeln. Dabei erklärte er uns verschmitzt, dass er seinen Platz eigentlich nicht auf Familien ausrichten würde, diese aber nichts anderes gefunden hätten …

Hier fühlen wir uns wohl und willkommen und hier bleiben wir, bis Australiens Schulglocken EEEENDLICH wieder läuten.

AQWA – Westaustraliens Unterwasserwelt auf ein paar Quadratmetern

Da es als Taucher nicht gerade einfach ist, an westaustraliens Küsten seinem Hobby zu fröhnen, legten wir auf unserer Durchreise einen Zwischenstopp ein und tauchten in Perth’s AQWA ab. Dort kriegten wir dann endlich Sandtieger- und Riffhaie, Fetzenfische, Schiffswracks, Tintenfische, Hart-, Weichkorallen, Schildkröten und was sonst noch so an dieser Küste kreucht und fleucht zu sehen. Interessant war auch der Berufstaucher, welcher die künstlichen Riffe reinigte.

Noch konnten wir dem Angebot widerstehen, in voller Tauchmontur in eines der Bassins einzusteigen. Ob das in einigen Wochen noch immer so sein wird …?

Auf Penguin Island sind die Möven los …


Eigentlich wollten wir Rockingham auf unserer Reise grossräumig umfahren, da uns bereits während der Reiseplanung schnell klar wurde, dass sie in Rockingham zwar die grosse Werbetrommel rühren, es da aber – ohne das nötige Kleingeld – kaum was zu sehen gibt. Versteht mich nicht falsch, in Australien gibt’s generell nichts für lau, preislich liegt man hier in etwa auf schweizer Niveau, oft auch etwas darüber aber AUS 225 pro Person, nur um mit einer Horde Touris ein paar Minuten Delfine kraulen zu können, war uns dann doch des Guten zu viel.

Da unsere Reise nun aber einmal, wegen der hier einige Male erwähnten Schulferien, etwas ins stocken geriet, legten wir schweren Herzens, dennoch einen Zwischenhalt in Rockingham ein und da wir schon mal hier waren, konnten wir Penguin Island oder besser besagter Werbetrommel letztlich auch  nicht widerstehen. Denn neben dem besagten albernen Rumplanschen mit Delfinen, erhielt man hier – gegen einen nicht unerheblichen Obulus – die Gelegenheit, ansässigen Seelöwen in einem Glasboden-Boot über den Kopf zu fahren oder per Fähre auf Penguin Island überzusetzen, um dort, mit etwas kleinerem Aufpreis, wild lebende Pinguine zu füttern.
Obwohl meine innere Stimme mich davon abhalten wollte, lösten wir zwei Tickets with Penguin fe ding und setzten, mit rund Hundert weiteren Rucksack-Touristen, auf jene Insel über, auf welcher die letzten noch frei lebenden Pinguine Australiens existieren sollten. Kaum beim anderen Ufer angelangt wurden wir, nicht wie erwartet in ein weiteres Boot, sondern in eine kleine Hütte, weitergeleitet. In dieser Hütte wiederum erwartete uns das ultimative Touri-Grauen. Inmitten einer amphitheater-mässig angelegten Arena erwartete uns ein winzigkleines Bassin und eine Handvoll adipöse Pinguine – von unzähligen Schaulustigen begafft – welche auf ihre nächste Fütterung wartete. Diese wurde durch eine Angestellte durchgeführt, welche erklärte, dass die Pingus über die Ostertage täglich sechs Mal mit Fisch vollgestopft wurden.
Wir hatten bald genug und so machten wir uns schnell wieder vom Acker. Highlight des Ausflugs waren wild durcheinander kreischende Möven, welche wohl als einzige das Prädikat wild auf dieser Insel verdienten.

Motorhomies Lemmingensis

Wir hatten ja nun während der Ostertage und den noch immer andauernden Schulferien ausreichend Gelegenheit, das seltsame Sozialverhalten der Gattung Camper zu studieren. Streng genommen werde ich im folgenden meine Beobachtungen über die Spezie Urban-Camper beschreiben.
Gemeinhin wird zwischen dem urbanen Gelegenheits- und dem authentischen Routine-Camper unterschieden, im folgenden UGC respektive ARC genannt. Während den ersten Tagen unserer Australien-Reise begegneten wir beinahe ausschliesslich dem ARC, dieser wirkt entspannt, grüsst freundlich, ist oft etwas redselig, stets hilfsbereit und selten um einen markigen Spruch verlegen, seine Ausrüstung ist zweckmässig und der ARC in deren Verwendung gewandt und routiniert lässig. Der ARC fährt raus in die Natur, um sich dort auch vorwiegend aufzuhalten und knüpft gerne und schnell Kontakte.
Der UGC wartet sehnlichst auf jährlich wiederkehrende Ereignisse wie Schulferien und/oder Osterfeiertage, an welchen er sich unter seinesgleichen Erholung vom stressgeplagten Stadtleben erhofft und sich zu abertausenden auf den raren Campingplätzen zusammenrottet, nur um nicht minder gestresst seine verstaubte Campingausrüstung zur Schau zu stellen, während seine Proletenkarre stundenlang im Leerlauf vor sich her brummt. Kaum ist das Surviver-Zelt mühselig auseinandergefriemelt, wird die Parabolantenne ausgefahren und für den perfekten TV-Empfang ausgerichtet, damit sich der UGC schnellstmöglich in sein Hipster-Zelt zurückziehen kann, wo er nicht Gefahr läuft, einem Platznachbarn zu begegnen oder diesen gar grüssen zu müssen.

Neigen sich die eben erwähnten Sonn-, Fest- oder Feiertage dem Ende entgegen, bricht der UGC wie auf Kommando seine Zelte ab, selbstverständlich brummt auch hier der 30-Liter-Dieselmotor unerlässlich vor sich hin, setzt sich hinters steuer und düst los, nur um sich wenige Minuten später in einem Stau, mit seinen stressgeplagten Artgenossen, wieder zu finden.

Auch wir fuhren kurzfristig in besagten Stau, drehten aber alsbald ab, um die etwas längere, jedoch verkehrsfreie Route zu wählen.
Ach und da gibt es übrigens noch eine dritte Spezie unter den Campern, gemeinhin Residents genannt, welche mit beiden oben beschriebenen absolut gar nichts zu tun haben will und dies mit unentwegtem mürrischen Gesichtsausdruck kund tut, sobald er seinen Kopf aus dem fest installierten Motorhome heraus streckt.

Nannup Bush Walk

Wer einmal in Nannup hängen bleiben sollte, nimmt am besten gleich einen der ausgeschilderten Bush-Walks in Angriff. Wer Nannup in diesem Leben nicht mehr besuchen wird, lässt sich von folgenden Bildern entschleunigen …

Nannup for sale

Nannup liegt irgendwo im Nirgendwo zwischen Albany und Busselton, inmitten eines abwechslungsreichen, traumhaften Waldes und Nationalparks. In Nannup ist «Bush Walking» angesagt, es gibt hier – warum auch immer – zwei Tankstellen, zwei/drei schmucke Cafés mit einem unwiderstehlichen Kuchenangebot und mindestens fünf Kirchen, also gefühlt eine auf zehn Einwohner. In Nannup scheint die Zeit in den späten sechzigern stehen geblieben zu sein und alles mutet «verry british» an hier.

Bei unserer ersten Durchfahrt fällt uns einer von zwei idyllisch gelegenen Campingplätzen auf und während unseres kurzen Kaffe-Stopps bleiben wir an einem Plakat hängen, welches für Samstag das Konzert eines lokalen Musikers ankündigt. Grund genug, dass es uns ein zweites Mal in dieses verschlafene Nest zieht. Streng genommen konnten wir in Nannup noch den letzten Standplatz in oben erwähntem Campingpark ergattern, wenn nicht gar von der ganzen Westküste. Denn während den ebenfalls bereits erwähnten vermaledeiten Schulferien brummt sogar in Nannup der Bär.
Nach unserem kräftezehrenden Wild-Camping-Abenteuer und seinen weiteren – hier nicht im Detail beschriebenen – Unannehmlichkeiten, checken wir bereits früh im «Nannup Caravan Park» ein. Erleichtert darüber, wieder in der Zivilisation angekommen zu sein, kapern wir gleich zwei Waschmaschinen, duschen uns den Wüstenstaub vom Leib und ich stutze meinen Bärenzottelbart zurecht, so dass mein ausgefranstes Abenteurer-Gesicht wieder Sonnenlicht abkriegt. Anschliessend wird gekocht – Spaghetti, Spinat und Salat, denn ich krieg einen Fleischlos-Tag aufgebrummt. Nach dem Abwasch marschieren wir Richtung «Hotel Nannup», wo schon bald der Auftritt des besagten Künstlers stattfinden wird. Wir freuen uns auf heisse Rhythmen und sphärische australische Klänge. Die Geschichte dieses Konzertes ist jedoch schnell erzählt, es war schlicht dermassen grottig, dass ich noch nicht mal mein Bier fertig trinke und wir beinahe fluchtartig die Location verlassen. Leider kriege ich noch von unserem Camper aus mit, wie dieser Zottel-Barde und möchtegern Singer-Songwriter «Wish You Where Here» von Pink Floyd dermassen missinterpretiert, dass mein Musikerherz zu flimmern beginnt. Noch heute frage ich mich, in welchen 17 Ländern, während der letzten beiden Jahre, dieser Trubadix angeblich 250 Konzerte gegeben haben soll?


Am folgenden Tag erholen wir uns bei einem «Bush Walk» von diesen Strapazen, betreiben etwas Sightseeing und genehmigen uns bei einem wohlriechenden Kaffee ein schönes Stück Kuchen. Ach ja, beinahe ganz Nannup steht übrigens zum Verkauf ausgeschrieben, da die Kirchen hier sogar während der Osterferien leer blieben.

Wildes campen im Wald


Seit Tagen liegt mir Christine in den Ohren, wie gerne sie mal das raue Leben eines Wilcampers erfahren wolle, da ihr das spiessige campen auf den offiziellen Plätzen langsam zur Nase heraus hängen würde. Am Karfreitag ist es dann «endlich» soweit. Wir werden Opfer von westaustraliens Schulferien und finden – an der gesamten Küste – keinen freien Platz mehr für unser Vehikel. Nun, wenigstens sind alle Wasserspeicher gefüllt, die Toilette geleert und sämtliche Akkus aufgeladen. So machen wir uns, nach einem ausgiebigen Dinner, auf die Suche nach einem schönen Plätzchen unter Australiens wildromantischen Sternenhimmel.
Rund 15 km ausserhalb von Busselton werden wir in einer Waldlichtung auch schnell fündig und schlagen dort unser Zelt auf, besser parken unseren Camper ein. Kaum eingeparkt, wird der langerwünschte, nicht minder romantische Waldspaziergang proklamiert. Also rein in die Schuhe und raus in den Wald. Bereits beim zweiten Spinnennetz, reisst jedoch Christines Geduldsfaden, dass ist ihr dann des wilden doch zu viel, also husch wieder zurück zum wild eingeparkten Camper.
Dort stellen wir unser Tischchen auf und schnabulieren genüsslich unseren Survivor-Apéro. Keine Angst, es ist kein frisch erlegtes Kangaroo, sondern ein frisch getzapftes Craftbier und ein paar rau geröstete Chips.

Christine ist inzwischen tief in ihre Arbeit versunken und ich gerade dabei, mir eine Zigarette zu drehen, als sie mit einem Satz auf meiner Stuhllehne und der Tabak auf meinem Schoss landet. Chris meint ein Monstermässiges-Riesenkangaroo neben sich gehört zu haben. Dass ist ihr des Guten nun endgültig zu viel und schwupdiwupdi verschwindet sie in unserem wild geparkten Camper und ich mit Sack und Pack hinterher.

Ich muss schon sagen, wildes campen kann was …

Alkoholkontrollen im Minutentakt

Während unseres inzwischen dreiwöchigen Aufenthaltes in WA sind uns bereits einige Seltsamkeiten aufgefallen. Hier werden Raucher wie Aussätzige behandelt und dürfen ihrer Sucht noch nicht mal auf Campingplätzen, unter freiem Himmel, erliegen. Dafür müssen Australiens Suffköpfe noch nicht mal das Auto verlassen, wenn sie ihr Alkohollager aufrüsten wollen. Dazu fährt man seine Karre einfach vor einen Drive-Thru-Bottle-Shop, lässt diese, während man auf seine Bestellung wartet, minutenlang laufen und sich Kisten voll Hochprozentigem in den Kofferraum verstauen.
Da wundert es einem auch kaum, wenn man beinahe an jeder Strasse von beflissenen Seargents zum Alkoholtest aufgefordert wird. Während unseres Busselton-Aufenthalts fuhren wir, zu jeder Tageszeit, an rund fünf solcher Tests vorbei und bei einer Kontrolle wurde Christine dazu aufgefordert, ins Röhrchen zu blasen, was dann beim vierten Anlauf auch klappte.
Wie zum Henker soll man denn auch wissen, dass man das Ding zuerst in den Mund nehmen soll …?

Tauchen am Busselton Jetty

Während meinen ausführlichen Vorbereitungen und Recherchen über die aussergewühnlichsten Tauchplätze Westaustraliens stiess ich auch auf Berichte über jenen von Busselton Jetty und die einzigartige Lage, wo sich der antarktische und der indische Ozean treffen. Bereits der rund 15 minütige Marsch zum Ende des Stegs und zur Tauchplattform sollte eine einzigartige Erfahrung sein. Schnell war klar, da müssen auch meine Bade-Ente und ich rein ins Vergnügen. Also begann ich bereits Monate im Voraus mit der Tauchplanung und setzte mich per Mail mit der ansässigen Tauchbasis «The Dive Shed» respektive dessen Besitzerin Alecia in Verbingung.

Keine drei Monate später war’s dann endlich soweit und wir standen uns in ihrem Laden gegenüber, um die Details oder besser meine Anforderungen zu besprechen. Ich erklärte ihr, dass ich als Dive Instructor kein Interesse an einem Tauchgang mit einem unerfahrenen Guide hätte und dass ich später noch den einen oder anderen Solo-Tauchgang planen würde und deshalb genau über die speziellen Gepflogenheiten dieses Tauchplatzes informiert werden wolle. Kurzerhand erklärte sie mir, dass sie für AUS 175 höchstpersönlich mit mir ins Wasser steigen würde und dass es wohl kaum einen erfahreneren Guide vor Ort gäbe, da sie diesen Platz bereits seit 20 Jahren betauchen würde. Nun, dass war ja mal ein Angebot, welches ich nicht ausschlagen konnte. Wobei sich Alecia wohl beinahe so stark auf den bevorstehenden Tauchgang freute wie ich, da sie selber länger nicht mehr, nur zum Spass, zum tauchen kam. Wir verabredeten uns am kommenden Morgen um 9.15 Uhr beim Diveshop, wo ich voller Vorfreude auch pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk eintraf.


Schnell war das Equipment auf einem Handkarren verstaut und wenige Minuten später begann unser 20 minütiger Marsch über den spektakulären Jetty, bis zur beinahe am Ende liegenden Tauchplattform. Kaum war die Ausrüstung montiert, folgte ein kurzes Briefing und schon sprangen wir mit einem grossen Schritt vorwärts ins kühle Nass. Bereits beim Abstieg zogen mich die bunt bewachsenen Pfeiler, welche ich tags zuvor noch hinter Glas – aus dem «Under Water Observatory» – bestaunte, in ihren Bann. In den folgenden Minuten sehe ich unzählige Arten von Fischen, bestaune Hart- und Weichkorallen und diverse Arten und Formen von Schwämmen, bewachsene Brückenpfeiler, versuche träge Sepien aus ihrer Reserve zu locken und beobachte die von den zahlreichen Fischern auf dem Steg begehrten Seelachse. Beinahe verliere ich dabei Zeit- und Raum-Gefühl und nehme belustigt Elicia’s Erleichterung zur Kenntnis, als ich ihr, 60 Minuten später, 100 Bar anzeigte. Beinahe am Ausstiegspunkt angekommen, kriegte ich noch einen Port Jackson Hai vor die Linse, welcher gerade genüsslich einen Lunch zu sich nahm. Wieder bei der Plattform angelangt, folgte das traditionelle High-Five nach einem rund um gelungenen Tauchgang.

Da auch Alecia von unserem gemeinsamen Tauchgang begeistert scheint, lädt sie mich am darauf folgenden Tag zu einem weiteren, diesmal vom Boot, ein. Ich nehme diese Einladung dankend an. Bei diesem Tauchgang teilte mir Alecia eine junge Kundin als Buddy zu und so guidete ich diese durch den Tauchgang, während Alecia mit einer Gruppe Tauchschülern fleissig Openwater-Lektionen paukte.
Nach zwei unvergesslichen Tauchgängen am «Busselton Jetty» verabschiedete ich mich (etwas wehmütig) von Alecia und ihrem Team und verlasse voller neuer Eindrücke den Laden, welchen ich jedem, der den Jetty oder eines der vorgelagerten Wracks einmal betauchen will, gerne weiterempfehlen kann.

Busselton hat den längsten …

… Steg Australiens und ist unsere nächste Station. Genau genommen der anglikanische «Campgrace Caravanpark», wo wir am Dienstag Abend einchecken. Hier scheint der Name Programm, was wir bei unserer Ankunft auch irgendwie zu spüren kriegen. Der Empfang jedenfalls ist freundlich unterkühlt, christlich distanziert eben. Was mich, quasi als Kontrastprogramm veranlasst, kaum haben wir den Camper eingeparkt, mein ACDC-Shirt überzustülpen und bis zu unserer Abreise anzubehalten. Sagen wir’s mal so, direkt ins Herz geschlossen haben sie mich danach auch nicht wirklich …


Da der Park auch sonst den Charme einer christlichen Festung versprüht, entschliessen wir uns tags darauf bereits früh Richtung Busselton Jetty anzurauschen, wo wir im Restaurant «The Goons» einen hervorragenden Brunch geniessen. Während unseres dreitägigen Aufenthaltes in dieser Region wird die Gans quasi zu unserer Stammbeiz. Man kann hier, mit Blick aufs Meer, zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis schnabulieren und dazu einige schöne Biere testen.
Da sich das Wetter in etwa wie unser Campingplatz, also kühl und wolkenverhangen präsentiert, entschliesse ich mich, heute auf meinen geplanten Tauchgang zu verzichten. Statdessen ziehen wir uns das volle Touri-Programm rein und lösen für 33 AUS Tickets für den Jetty-Bummelzug, welcher uns ans Ende des 2 km langen Stegs und zum «Under Water Observatory» bringt. Da ich, sobald es die Verhältnisse zulassen, mit Christine einen ersten Tauchgang im Meer plane, scheint es mir eine passende Gelegenheit zu sein, mit ihr etwas trocken zu tauchen und ihr die Unterwasserwelt mit dem Besuch dieses Unterwasser-Aquariums schmackhaft zu machen. Bereits nach wenigen Minuten scheint ihre erste Skepsis zu verfliegen. Bei den ersten Fischen, welche an den grossen Fenstern vorbei ziehen, beginnen ihre Augen vor Begeisterung zu leuchten. Wir sehen blühende Korallen, welche sich an den stämmigen Pfeilern des Steges empor ranken, kleine Schwärme von australischen Seelachsen, Krabben, Seesterne, glitzernde Sardinenschwärme und weiteres Kleingetier. Chris kann es nun kaum mehr erwarten, bis sie einen Tank auf den Rücken geschnallt kriegt und endlich mit mir abtauchen kann. Mission erfüllt, Christine zum Taucherlein bekehrt.